Suche
  • info@psychologie-amer.de
  • 0176-55168745
Suche Menü

Wer ist wer?

Psychologe – Psychotherapeut – Psychiater – Heilpraktiker

Da diese Berufe gerne verwechselt werden, möchte ich hier versuchen, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.

Ein Psychologe hat Psychologie an der Universität studiert. Er beschäftigt sich damit, menschliches Erleben (z.B. Gedanken und Gefühle) und Verhalten zu beschreiben, zu erklären, vorherzusagen und zu ändern, und dies nach  wissenschaftlich gesicherte Erkenntnissen. Zu den Aufgaben eines Psychologen gehören Tests (z.B. Intelligenztests, Fahrtauglichkeit, Persönlichkeit) oder Beratung. Psychologen sind in vielen Bereichen zu finden; z.B. in der Wirtschaft/Industrie, Werbebranche oder bei der Polizei. Die Berufsbezeichnung „Psychologe“ darf nur von Personen geführt werden, die über den Abschluss eines Hochschulstudiums im Fach Psychologie verfügen. Nach Abschluss des Studiums kann der Psychologe eine mehrjährige psychotherapeutische Fortbildung absolvieren. Der so ausgebildete Psychologe erhält die staatliche Berufszulassung (Approbation) als Psychologischer Psychotherapeut (siehe weiter unten). Also nicht jeder Psychologe ist auch Therapeut.

Da Psychiater Medizin studiert haben,  gehen sie seelische Erkrankungen oder Störungen von der körperlichen Seite an.  Im Studium hat er sich in erster Linie mit der Funktionsweise und den Erkrankungen des menschlichen Körpers beschäftigt und gelernt, diese Krankheiten hauptsächlich mit Medikamenten zu behandeln. Nach Abschluss des Medizinstudiums hat er in medizinischen Einrichtungen eine Facharztausbildung zum Psychiater absolviert. In dieser Ausbildung hat er spezielle Kenntnisse über Entstehung und Verlaufsformen von psychischen Krankheiten erworben und gelernt, diese Krankheiten mit Medikamenten, den so genannten Psychopharmaka, zu behandeln. Erst die psychotherapeutische Zusatzausbildung (siehe unter Psychotherapeut) berechtigt einen Psychiater auch Psychotherapie auszuüben und neben der Facharztbezeichnung (hier: Psychiater) z.B. die Zusatzbezeichnung „Psychotherapeut“ zu führen

Ein Psychotherapeut für Erwachsene übt Psychotherapie aus. Das kann ein studierter Psychologe („psychologischer Psychotherapeut“), oder ein psychotherapeutisch tätiger Mediziner („ärztlicher Psychotherapeut“) sein. Beide haben zusätzlich zu ihrem „Grundberuf“ (Psychologie- oder Medizinstudium) eine psychotherapeutische Zusatzausbildung mit einer Approbationsprüfung abgeschlossen. Per Gesetz ist die Berufsbezeichnung „Psychotherapeut“ strafrechtlich für diejenigen mit einer solchen Approbation (Berufszulassung) geschützt! Zu den Aufgaben eines Psychotherapeuten gehören die Anamnese (also das Erfassen der Geschichte des Patienten und der Symptome), Tests, die Diagnosestellung und die Behandlung einer psychischen Erkrankung.

Ein Psychologischer Psychotherapeut, wie ich, verwendet keine Medikamente. Er unterstützt den Patienten mit psychologischen Mitteln dabei, die psychische Erkrankung durch eine bewusste Auseinandersetzung mit ihren Ursachen und/oder durch gezieltes Einüben neuer Verhaltensweisen zu überwinden. Falls eine organische Erkrankung mitbehandelt werden muss oder wenn bei einer psychischen Erkrankung eine Kombination von psychologischer und medikamentöser Therapie notwendig ist, arbeitet der Psychologische Psychotherapeut mit Ärzten zusammen. Ob und wann dies der Fall ist, legen die Leitlinien fest; auch wann sich eine Therapie ohne Medikation als genauso wirksam erwiesen hat.

Ein Heilpraktiker (für Psychotherapie, HPG) hat die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde erworben. Leider sagt diese Erlaubniserteilung wenig über die zugrunde liegende Ausbildung aus. Jeder, sogar Ungelernte, darf mit dieser Erlaubnis praktizieren. Es empfiehlt sich daher nachzufragen, welche Ausbildung der Erlaubnis zugrunde liegt. Vorsicht ist gegenüber „Behandlern“ geboten, die ohne ein Medizin- oder Psychologiestudium und eine psychotherapeutische Qualifikation ihre Dienste nur auf der rechtlichen Basis des „Heilpraktikergesetzes“ offerieren.

Ein Neurologe ist ein Facharzt für Neurologie. Neurologischen Erkrankung sind körperliche Störungen des Nervensystems (z.B. Nervenschmerzen, Epilepsie, Migräne) und nicht seelische/psychische Erkrankungen. Es gibt auch Ärzte, die sowohl Neurologen als auch Psychiater sind (früher = Nervenärzte), sie dürfen also sowohl neurologische als auch seelische Erkrankungen behandeln.

In Erlangen finden Sie jede dieser Professionen vor. Lassen Sie sich beraten, wer der richtige Behandler für ihr Problem ist.

Ihre Meike Amer – Diplompsychologin und Psychologische Psychotherapeutin in Erlangen.