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Wer ist wer?

Psychologe – Psychotherapeut – Psychiater – Heilpraktiker

Da diese Professionen gerne verwechselt werden, möchte ich hier versuchen, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.

Ein Psychologe hat Psychologie studiert. Er beschäftigt sich damit, menschliches Erleben (z.B. ken und Gefühle) und Verhalten zu beschreiben, zu erklären, vorherzusagen und zu ändern, und dies nach  wissenschaftlich gesicherte Erkenntnissen. Die Berufsbezeichnung „Psychologe“ darf nur von Personen geführt werden, die über den Abschluss eines Hochschulstudiums im Fach Psychologie verfügen. Nach Abschluss des Studiums kann der Psychologe eine mehrjährige psychotherapeutische Fortbildung absolvieren. Der so ausgebildete Psychologe erhält die staatliche Berufszulassung (Approbation) als Psychologischer Psychotherapeut.

Ein Psychotherapeut für Erwachsene übt Psychotherapie aus. Das kann ein studierter Psychologe („psychologischer Psychotherapeut“), oder ein psychotherapeutisch tätiger Mediziner („ärztlicher Psychotherapeut“) sein. Beide haben zusätzlich zu ihrem „Grundberuf“ (Psychologie- oder Medizinstudium) eine psychotherapeutische Zusatzausbildung mit einer Approbationsprüfung abgeschlossen. Per Gesetz ist die Berufsbezeichnung „Psychotherapeut“ strafrechtlich für diejenigen mit einer solchen Approbation (Berufszulassung) geschützt!

Ein Psychologischer Psychotherapeut, wie ich, verwendet keine Medikamente. Er unterstützt den Patienten mit psychologischen Mitteln dabei, die psychische Erkrankung durch eine bewusste Auseinandersetzung mit ihren Ursachen und/oder durch gezieltes Einüben neuer Verhaltensweisen zu überwinden. Falls eine organische Erkrankung mitbehandelt werden muss oder wenn bei einer psychischen Erkrankung eine Kombination von psychologischer und medikamentöser Therapie notwendig ist, arbeitet der Psychologische Psychotherapeut mit Ärzten zusammen. Ob und wann dies der Fall ist, legen die Leitlinien fest; auch wann eine Therapie sich ohne Medikation genauso wirksam erwiesen hat.

Da Psychiater Medizin studiert haben,  gehen sie seelische Erkrankungen oder Störungen von der körperlichen Seite an.  Im Studium hat er sich in erster Linie mit der Funktionsweise und den Erkrankungen des menschlichen Körpers beschäftigt und gelernt, diese Krankheiten hauptsächlich mit Medikamenten zu behandeln. Nach Abschluss des Medizinstudiums hat er in medizinischen Einrichtungen eine Facharztausbildung zum Psychiater absolviert. In dieser Ausbildung hat er spezielle Kenntnisse über Entstehung und Verlaufsformen von psychischen Krankheiten erworben und gelernt, diese Krankheiten mit Medikamenten, den so genannten Psychopharmaka, zu behandeln. Erst die psychotherapeutische Zusatzausbildung (siehe unter Psychotherapeut) berechtigt einen Psychiater auch Psychotherapie auszuüben und neben der Facharztbezeichnung (hier: Psychiater) z.B. die Zusatzbezeichnung „Psychotherapeut“ zu führen.

Ein Heilpraktiker (für Psychotherapie, HPG) hat die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde erworben. Leider sagt diese Erlaubniserteilung wenig über die zugrunde liegende Ausbildung aus. Jeder, sogar Ungelernte, darf mit dieser Erlaubnis praktizieren. Es empfiehlt sich daher nachzufragen, welche Ausbildung der Erlaubnis zugrunde liegt. Vorsicht ist gegenüber „Behandlern“ geboten, die ohne ein Medizin- oder Psychologiestudium und eine psychotherapeutische Qualifikation ihre Dienste nur auf der rechtlichen Basis des „Heilpraktikergesetzes“ offerieren.

In Erlangen finden Sie jede dieser Professionen vor. Lassen Sie sich beraten, wer der richtige Behandler für ihr Problem ist.

Ihre Meike Amer – Diplompsychologin und Psychologische Psychotherapeutin in Erlangen.